Als Neunjährige fiel ich in der Schule einem Leichtathletik-Trainer von Lok Neustrelitz auf; Stillsitzen gehörte nicht zu meinen Stärken. Es bedarf keiner Überlegung und ich ging 4x für 1,5 Stunden zum Training. Schnell erkannte ich, daß mir das Laufen Spaß macht. An manchen Trainingstagen provozierte ich regelrecht den 'Rausschmiß' um Strafrunden laufen zu 'dürfen'.
1982 wechselte ich zur Sportschule des SC Neubrandenburg. Meine Steckenpferd waren die 400m und 800m. Der Leistungssport und der damit verbundene Druck immer gute Ergebnisse erzielen zu müssen, gefiel mir nicht. Die Lust am Laufen ging verloren. 1985 verließ ich das Internat und hörte mit dem Sport auf.
Zugeschlagen war das Buch aber nicht. Mir war immer klar, daß ich irgendwann wieder anfange.
Erst kam die Ausbildung, dann meine drei Kinder. Die Familie und der Beruf gingen vor.
Die Kinder haben meine Energie - kein Stillstand. Das kam mir bekannt vor.
2003 ließ ich sie zum Spaß beim Jever-Fun Lauf in Schortens starten. Das hat ihnen gefallen, und sie waren schnell. Der Neueinstieg in das Lauftraining konnte beginnen. Die Erfahrungen aus den Jahren als Leistungssportlerin waren dabei sehr hilfreich. Unterstützung in meinem Vorhaben fand ich bei Hein Arians.
Im September 2004 erfüllte ich mir einen langgehegten Traum aus Kindertagen. Der Start beim Berlin Marathon. Als ehemalige Mittelstrecklerin eine Herausforderung sondergleichen. Das Ziel habe ich erreicht. Die Quittung aber waren Knieschmerzen und Spritzentherapie. Der Gedanke, Marathon zu laufen, war damit erst einmal begraben.
Aber ich hatte 'Blut geleckt'. 2005 und 2006 wiederholte ich den Berlin-Marathon, ohne Schmerzen. Ende 2006 war ich allerdings auch am 'Ende'. Verletzungen, private Probleme und sportliche Mißerfolge brachten mich an meine psychische Grenze.
Im Juni 2007 sprach Frank mich an, dass es einen 24h Lauf in Scharnebeck gäbe, der mich auf andere Gedanken bringen würde. Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen bin ich mitgefahren und an den Start gegangen. Nach 24h hatte ich 122km, schwere Beine und den Gedanken: das machst du wieder. Frank hatte Recht: kein Leistungsdruck, das freundliche faire Miteinander, andere Gedanken.
Seit dem bin ich die 24h in Stadtoldendorf gelaufen, probierte mich in einem 6 h Lauf und dieses Jahr sogar die 100km. Der Marathon ist selbstverständlicher geworden.
Die Finger von den 400m und 800m kann ich trotzdem nicht lassen und starte bereits seit 3 Jahren wieder auf Meisterschaftsebene.
Heute bin ich 41 Jahre, stehe im vollen Beruf- und Familienleben. Meine Kinder laufen immer noch. Den Spagat zwischen Mittelstrecke und Ultra gelingt mir mittlerweile gut. Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen stehen für mich im Jahr 2012 die DM über 400m und der Berlin Marathon auf dem Wettkampfplan. Für 2013 plane ich die 24 h und/oder einen 100km Lauf. Immer unter Berücksichtigung, dass die Gesundheit und mein Umfeld mitmacht.
Hier geht's lang zu meinen bisher gelaufenen Marathons und mehr ...

Countdown zum 6h-Lauf um den Sander See 2012: